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Weichholzsekretär aus der Spätbiedermeier Zeit

Weichholzsekretär aus der Spätbiedermeier Zeit
Hier ein bildschöner Weichholzsekretär aus der Spätbiedermeier Zeit. Er wurde aus Weichholz gefertigt. Der Sekretär hat unten drei Schubladen, darüber eine große Klappe mit dahinterliegendem Innenleben und Geheimfach und oben nochmals zwei Schubladen. Den Abschluss bildet eine handgeschnitzte Krone. Aktuelle Angebote zum Thema finden Sie hier Leider ist der Weichholzsekretär bereits verkauft.

Kirschbaumsekretaer geoeffnet 080638

Kirschbaumsekretär mit Tueren , Jahrgang ca. 1820 080638

Kirschbaumsekretär geöffnet 080638

Kirschbaumsekretär geönet 080638

Kirschbaumsekretär mit Türen , Jahrgang ca. 1820.
Ein schönes Möbel aus der Zeit des Biedermeiers, in der die Kunst des Furnierens im Vordergrund stand. Edles Holz, spiegelbildliches Furnier, Beinbeschläge und ein Geheimfach machen dieses Möbel aus. Leider ist der Sekretär bereits verkauft. Aktuelle Angebote aus dem Bereich Sekretäre finden Sie hier

Biedermeier

Biedermeier (1815-1850)

Als Biedermeier wird die Zeitspanne von 1815 (Wiener Kongress) bis 1848 (Beginn der bürgerlichen Revolution) in den Ländern des Deutschen Bundes und in Österreich bezeichnet. Mit ihr verbunden ist der politische Begriff der Restauration, der sich auf die staatspolitische Entwicklung nach dem Ende der Napoleonischen Zeit und des Wiener Kongress bezieht.

Der Ausdruck Biedermeier bezieht sich zum einen auf die in dieser Zeit entstehende eigene Kultur und Kunst des Bürgertums (z.B. in der Hausmusik, der Innenarchitektur, auch in der Mode), zum anderen auf die Literatur der Zeit, die beide – häufig zu Unrecht – mit dem Etikett ?hausbacken? und ?konservativ? versehen werden. Als typisch gilt die Flucht ins Idyll und ins Private. Schon der Dichter Jean Paul hatte vom ?Vollglück in der Beschränkung? gesprochen, Goethes Sekretär Johann Peter Eckermann ?eine reine Wirklichkeit im Lichte milder Verklärung? zu erkennen geglaubt.

Der Begriff Biedermeier als Epochenbezeichnung entstand erst um 1900. Sie geht zurück auf eine fiktive Figur namens Gottlieb Biedermeier, die der Jurist und Schriftsteller Ludwig Eichrodt und der Arzt Adolf Kußmaul erfanden und unter dessen Name in den Jahren ab 1855 in den Münchner Fliegenden Blättern diverse Gedichte veröffentlicht wurden, die teilweise Parodien auf die Poesie des realen Dorfschullehrers Samuel Friedrich Sauter waren. Entstanden war der Name aus zwei Gedichten mit den Titeln Biedermanns Abendgemütlichkeit und Bummelmaiers Klage, die Joseph Victor von Scheffel in diesem Blatt 1848 veröffentlicht hatte. Bis 1869 wurde Biedermaier geschrieben, erst danach kam die Schreibweise mit ei auf. Der fiktive Herr Biedermeier war ein dichtender schwäbischer Dorflehrer mit einfachem Gemüt, dem laut Eichrodt seine kleine Stube, sein enger Garten, sein unansehnlicher Flecken und das dürftige Los eines verachteten Dorfschulmeisters zu irdischer Glückseligkeit verhelfen. In den Veröffentlichungen werden die Biederkeit, der Kleingeist und die unpolitische Haltung großer Teile des Bürgertums karikiert und verspottet.

Allerdings hat der revolutionäre Dichter Ludwig Pfau bereits 1847 ein Gedicht mit dem Titel Herr Biedermeier verfasst, das Spießigkeit und Doppelmoral anprangert. Es beginnt mit den Zeilen:

Schau, dort spaziert Herr Biedermeier
und seine Frau, den Sohn am Arm;
sein Tritt ist sachte wie auf Eier,
sein Wahlspruch: Weder kalt noch warm.
Angeblich hat Eichrodt dieses Gedicht erst sehr viel später kennen gelernt, nachdem er seine eigene Biedermeier-Poesie längst veröffentlicht hatte. Nachprüfen lässt sich diese Behauptung Eichrodts freilich nicht.

Nach 1900 wurde der Begriff Biedermeier jedoch eher wertneutral aufgefasst, als Synonym für die neue bürgerliche Kultur der Häuslichkeit und der Betonung des Privaten, als gesellschaftliche Ruhephase vor der Umwälzung. Im erweiterten Sinne wurde er dann auch für Kunst, Literatur und Mode dieser Zeit benutzt.

In der Bildenden Kunst der Biedermeierzeit dominierten die Genre- und die Landschaftsmalerei, aber auch das Porträt. Religiöse und historische Motive fehlen fast völlig. Der Stil war realistisch, die Bilder ähnelten oft einer fotografischen Abbildung. Vorbild war die niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts. Allerdings war das angestrebte Ergebnis ein Pseudo-Realismus, denn die Wirklichkeit wurde gern idealisiert und ein wenig „verbessert“. Die Aquarelltechnik erreichte ein sehr hohes Niveau; für Buchillustrationen wurde nun zunehmend die Lithografie eingesetzt. Als bildende Künstler des Biedermeier gelten die Maler Moritz von Schwind, Friedrich Gauermann, Eduard Gärtner, Adolph Menzel (Frühwerk), Ludwig Richter, Carl Spitzweg, Joseph Kriehuber und Ferdinand Georg Waldmüller. Richter war vor allem als Illustrator gefragt, er bebilderte rund 150 Bücher. In der Glas- und Porzellanmalerei ist die Epoche mit den Hausmalern Samuel Mohn und Anton Kothgasser verbunden. Typisch für diese Zeit ist ferner das Ansichtenglas.