Knoor setzt auf Hackschnitzel

Die Versorgung des Betriebs- und Wohngebäudes mit Raumwärme erfolgte in der Vergangenheit über einen konventionellen Heizkessel auf Heizölbasis. Aufgrund gewachsener Betriebsstrukturen war die bis dato installierte Wärmeleistung als nicht mehr ausreichend einzustufen.

Im Rahmen einer Initialberatung führte die Energieagentur NRW eine überschlägige Wirtschaftlichkeitsbetrachtung  für verschiedene Heizsysteme durch. Dabei wurde auch auf Förderprogramme des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen hingewiesen.
Besonderes Augenmerk wurde auf die Prüfung der Einsatzmöglichkeit einer automatischen Hackschnitzelheizung  gelegt, da bei der Holzverarbeitung energetisch nutzbares Restholz als Nebenprodukt anfällt.

Obwohl das vorhandene Restholzaufkommen den kontinuierlichen Betrieb einer automatischen Holzheizung mit einer Wärmeleistung von 100 kW nicht hätte sicherstellen können, hat sich der Betrieb für die Installation einer solchen Anlage entschieden.

Für diese Lösung sprach trotz deutlich höherer Investitionskosten u.a. die zu erwartenden geringeren Brennstoffkosten. Weitere Aspekte, in denen auch sich die Unternehmensphilosophie widerspiegelt: Stärkung der regionalen Wertschöpfung in Nordrhein-Westfalen durch Bezug eines einheimischen Energieträgers, die mittlerweile hohe Netzdichte von Lieferanten für Hackgut in NRW garantiert die Versorgungssicherheit; zudem verspricht der  der Einsatz des Energieträgers Holz eine Unabhängigkeit von fossilen Energieträger.

Um den bisherigen Verbrauch von 25.000 Litern Heizöl pro Jahr durch Hackschnitzel zu substituieren, ist ein jährliches Brennstoffaufkommen von 250 Sm3 zu veranschlagen. Das energetisch verwertbare betriebliche Restholzaufkommen deckt etwa 1/3 des Bedarfs ab. Die Kosten für den Zukauf von Hackgut belaufen sich auf ca. 11 Euro pro Sm3, so dass sich die zu veranschlagenden Brennstoffkosten auf ca. 1.850 Euro pro Jahr belaufen. Diesem Betrag stehen bei einem zugrunde gelegten Heizölpreis von ca. 50 Cent pro Liter Brennstoffkosten in Höhe von 12.500 Euro für die alte Heizung gegenüber. Der daraus resultierende Preisvorteil für Hackgut lässt sich demnach auf ca. 10.650 Euro pro Jahr beziffern.

Zudem wurden die Investionskosten für die Anlagentechnik in Höhe von etwa 30.000 Euro durch Fördermittel deutlich reduziert. So wurde die Anlage im Rahmen der Holzabsatzförderrichtlinie (Hafö) des Landes Nordrhein-Westfalen mit 5.100 Euro bezuschusst. Ein Antrag auf Förderung der Maßnahme im Rahmen des Bundesprogramms “Nutzung erneuerbarer Energien” ist ebenso gestellt worden. Die Auszahlung des Förderbetrages in Höhe von 6.000 Euro wird für das Jahr 2006 erwartet. Die reinen, vom Unternehmen aufzubringenden Investitionskosten für die Heizungstechnik haben sich demnach auf 18.900 Euro belaufen. Unter Einbeziehung der entstandenen Kosten für den in Eigenleistung erbauten Heizkesselraum und dem Hackschnitzelbunker wird sich die Gesamtmaßnahme in ca. 5 Jahren amortisieren.

Der Heizkesselraum mit einem ebenerdig integrierten Hackschnitzelbunker grenzt an das Betriebsgebäude an.
Der Bunker hat ein Lagervolumen für etwa 50 Sm3 Hackschnitzel. Die Belieferung mit Hackgut erfolgt kurzfristig nach Bedarf. Das weitläufige Betriebsgelände bietet die Möglichkeit der Zwischenlagerung von Hackgut, welches dann nach Bedarf dem Bunker per Frontlader zugeführt werden kann. Das Hackgut weist einen Wassergehalt von etwa 20 bis 30 % auf.

Bei der automatischen Hackschnitzel-Heizung mit einer Wärmeleistung von 100 kW handelt es sich um ein Unterschubretortensystem mit Nachverbrennung. Die Zündung des Brennstoffs erfolgt vollautomatisch durch ein Heißluftgebläse. Zwei Ascheschnecken transportieren die Asche vollautomatisch vom Feuerraum in den angebauten Aschebehälter. Ein Zwischenbehälter mit einem Volumen von ca. 200 Litern wird von der Raumaustragung 1 – 5 mal täglich befüllt. Der Zwischenbehälter erhöht die Lebensdauer der Raumaustragung und minimiert die Stromkosten, da so das Fördersystem weniger oft anläuft. Des Weiteren wurde ein Pufferspeicher mit einem Speichervolumen von 1.000 Litern in das Heizsystem integriert.

Projektdaten

Investor Knoor Antiquitäten, Issum / Rheurdt, www.www.knoor.de
Heizsystem Hackschnitzel – Heizung der Marke KWB Biomasseheizungen
Wärmeleistung 100 kW
Volumen des Pufferspeichers 1.000 Liter
Brennstoffbedarf an Hackschnitzeln ca.250 Sm3
Investitionssumme ca. 50.000 Euro
Heizkesselraum und Hackgutbunker Eigenleistung
Förderzuschuss 11.100 Euro
Einsparungen an Energiekosten ca. 10.650 Euro
Inbetriebnahme der Anlage Oktober 2005
CO2 -Einsparung ca. 54.000 kg/a

Weitere Informationen zu diesem Projekt erhalten Sie bei der Energieagentur NRW, Dipl.-Ing. Thomas Gentzow, Tel.: 0203 / 306 – 1264, Thomas.Gentzow@ea-nrw.de