Schlagwort-Archiv: Weichholzmöbel

Weichholz besteht aus dem Holz der Nadelbäume. Der Zellaufbau des Nadelholzes ist einfacher strukturiert als das des Laubholzes. Daher ist Weichholz auch poröser, weicher und weniger haltbar. Als Holzhärte wird der Holzwiderstand beim Bearbeiten, zum Beispiel beim Sägen, Stemmen oder Schleifen, bezeichnet. Die Holzhärte ergibt sich aus Zellstruktur, Zelldichte und Holzfeuchtigkeit.
Nadelhölzer wie zum Beispiel Kiefer sind in der Regel weiche Hölzer (Weichholz). Laubhölzer sind die härteren bis sehr harten Hölzer (Hartholz).

Biedermeier (Klassizismus, Restauration, Louis Philipp) 1815 – 1846

Was in Deutschland dem Bürgertum nach den Freiheitskriegen Ansehen und Rechte bringt, bedeutet für Napoleon nach der verlorenen Schlacht bei Waterloo das Ende seines Imperiums und damit des Empire. Die beiden Brüder von Ludwig XVI sollen das Land in einer Übergangszeit – der Restauration – regieren.

Möbeltypen

Rund oder oval, auf vier Beinen oder Mittelfuß; der Esstisch wird zum Mittelpunkt biedermeierlichen Lebens. Kleine Tischchen wie Näh-, Nacht- oder halbrunde Beistelltischchen. Die Betten sind geschwungen oder gerade, eher dem Sofa ähnlich.
Schränke: Vitrinen-, Eck-, Wäsche- und Kleiderschränke. Schreibtische (Sekretär) mit gerader oder schräger Klappe. Kommoden haben glatte Vorderfronten. 2 – 3 Schubladen, manchmal mit Marmorplatte, Pfeilerkommode (Chiffoière), schmal mit vielen Schubladen, auf hohen Füßen (früher stand sie zwischen zwei Fenstern vor einem Pfeiler). Konstruktive Merkmale der Weichholzmöbel dieser Epoche sind glatte Flächen, symmetrische Aufteilung in Rahmen-Füllung-Verbindungen, mäßig profilierte Gesimse, scharfe Kanten.
Weichholzmöbel zum Sitzen: Stühle (Sitzfläche gepolstert, geflochten oder aus Holz), Armlehnstühle, Nachtstühle, Ohrensessel, hoch gepolsterte Sofas mit geschwungenen Seitenwangen.

Konstruktive Merkmale: Glatte Flächen (selten gewölbt), symmetrische Aufteilung in Rahmen-Füllung-Verbindungen, mäßig profilierte Gesimse, scharfe Kanten.

Ornamentik: Sparsames Dekor in Form von Intarsien (Lyra, Blumenkörbchen, Kränze, Festons), Messinggitter

Jugendstil (Modern Style, Art Nouveau, Sezession) 1890 – 1914

Um die Jahrhundertwende spalten sich verschiedene Künstler und Entwerfer ab, um dem instinktlos überladenen Historismus ein Ende zu bereiten.

Möbeltypen im Jugendstil

Schränke sind schmal, hoch eintürig. Buffets, Kredenzen, (Anrichte und verglastes Oberteil, Schubladen und Türen im Unterteil); Bücherschränke. Tische: Der Esstisch bleibt Mittelpunkt des Wohnzimmers: rechteckig, oval, achteckig, auf verschlungenen Beinen.
Schreibtische: Herrenschreibtische, Bibliotheksschreibtische mit flacher, manchmal asymmetrisch geformter Schreibplatte, Schubladen links und rechts im kastenartigen Unterbau. Damenschreibtische nach Art des Empire, Beistelltische mit ovalen, achteckigen, geschwungenen Platten auf durchbrochenem, stegartigem Unterbau, achteckiger Mittelfuß oder geschwungene Beine auf Mittelsockel.
Weichholzmöbel zum Sitzen: Stühle mit und ohne Armlehne, schmal mit hoher Rückenlehne (gotisch), Rückenlehne in einem Schwung in die Armlehne übergehend, Herrenzimmerstühle (Lehnen eckig, im rechten Winkel), dunkelbrauner Ledersitz, wenig Polstersessel, Sofas mit hoher Rückenlehne auf niedrigen Füßen.
Die Auffassung der Proportionen ist sehr unterschiedlich und nicht immer, wie angestrebt, funktional.
Der Aufbau ist streng geometrisch mit Stegen und Streben oder mit verschlungener Linienführung.

Ornamentik: Die Vielfalt der Linienführung wird zum Ornament. Vegetative Motive wie Lilien, Schlingpflanzen, Orchideen; Frauenköpfe mit wellenförmigen, langem Haar. Beschläge aus Messing, glänzend, vernickelt; Eisen, rechteckig durchbrochen oder floral verschlungen.

Beine, Füße: Gerade, kantig mit Stegen verbunden, in geschwungener Verdickung endend, mit Messingbeschlägen. Schränke und Schreibtische aus Sockeln.

Beliebtestes Holz ist Eiche, hell, dunkel, farbig, gekalkt.

Entwerfer und Werkstätten

Charles Rennie Mackintosh, Frank Lloyd Wright, Viktor Horta, Deutscher Werkbund, Vereinigte Werkstätten.

Weichholzbuffet aus der Zeit des Jugendstils, um 1900

Weichholzbuffet aus der Zeit des Jugendstils, um 1900
Weichholzbuffet aus der Zeit des Jugendstils, um 1900. Das Unterteil hat zwei Türen und zwei Schubladen, das Oberteil besteht aus drei verglasten Türen. Offenes Mittelfach. Das Möbelstück stammt aus der Gründerzeit und wurde in unserer Fachwerkstatt für Antiquitäten liebevoll restauriert. Das Buffet ist verkauft. Eine Auswahl von derzeit verfügbaren Buffets finden Sie hier.