Schlagwort-Archiv: 17. Jahrhundert

Hier finde Sie alle Stilepochen des 17. Jahrhunderts auf knoor.de. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Entdecken!

Venezianische Schule

Die Venezianische Schule war eine Strömung von Komponisten der Renaissance, die in Venedig ansässig war und über viele Jahrzehnte, von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis ins 17. Jahrhundert hinein, europaweite Auswirkungen hatte. Als Begründer gilt der gebürtige Niederländer Adrian Willaert. Weitere bedeutende Komponisten der Venezianischen Schule waren Cipriano de Rore, Claudio Merulo, Andrea Gabrieli, Giovanni Gabrieli und Claudio Monteverdi.

Die Venezianische Schule leistete in der Orgel-Toccata und anderen rein instrumentalen Gattungen bedeutende Beiträge zur Emanzipation der Instrumentalmusik; musikgeschichtlich überaus wichtig ist auch das Konzept des Musizierens im gesamten Raum durch die Entwicklung der so genannten Venezianischen Mehrchörigkeit.

Stilistisch ist die Venezianische Schule durch Erkundung der Chromatik und Abzielen auf starke Kontraste sowohl in der Dynamik als auch in der Klangfarbe gekennzeichnet.

Stil: Stilepochen vom 15. bis 20. Jahrhundert

Hier können Sie sich genauer über die einzelnen Stilepochen vom 15. bis 20. Jahrhundert informieren. Die Inhalte sind von der Wikipedia und Fachliteratur inspiriert und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

Barock

Barock (1600-1770)

Die Bezeichnung dieser Epoche geht auf das 17. Jahrhundert zurück und leitet sich vom portugiesischen barroca oder italienischen barocco (schief, eigenartig) ab – in Anklang an p?rola barroca (unregelmäßig geformte Perle). Die genaue Etymologie ist unsicher (lat. veruca, Wucherung?). Es wird eine Beeinflussung im Französischen durch den Namen des Syllogismus baroco angenommen, mit dem in der Renaissance das verschnörkelte Denken und Argumentieren der Scholastik verspottet wurde. Erwin Panofsky favorisiert diese Bedeutungsherleitung: ?Derart kam es zustande, dass das Wort Baroco dazu diente, alles Wild-Verworrene, Unklare, Wunderliche und Nutzlose zu kennzeichnen? (What ist baroque?, 1935; siehe unter „Literatur“). Das Eigenschaftswort barock steht heute auch für verschnörkelt, überladen und vereinzelt für seltsam-grotesk. Die geistige Grundlage des Barock ist trotz aller Verbindung völlig anders als die der Renaissance. Nicht mehr Optimismus, sondern Pessimismus prägt das Lebensgefühl. Die Zeitereignisse (Dreißigjähriger Krieg) haben den mittelalterlichen Dualismus zwischen Diesseits und Jenseits wiederbelebt.

Im 19. Jahrhundert verstand man unter Barock zunächst ausschließlich die der Renaissance folgende Kunstepoche zwischen etwa 1570/1600 und 1750. In diesem Sinne hat Jakob Burckhardt seit 1855 das Wort verwendet. Diese Terminologie wurde in anderen Sprachen übernommen und bald international verwendet. Der Literaturhistoriker Fritz Strich (1882-1963) übertrug den Begriff Barock auf die Literatur des 17. Jahrhunderts. Im 20. Jahrhundert setzte sich der Begriff Barock für die gesamte historische Epoche durch.

In der Kunstgeschichte gilt die Einteilung für die Baukunst, die bildende Kunst und für die Musik, wobei die Epochengrenzen zwischen den Künsten abweichen. Barock wird auch als Zeitalter der Theatralik und Inszenierung bezeichnet. Die Barockmusik ist regelhaftig und pathetisch. Kunstgeschichtlich wird der Barock unterteilt in die Epochen Frühbarock, Hochbarock und Spätbarock. Die kunstgeschichtliche Spätphase des Barock, das Rokoko (in Deutschland ca. 1730-1770), wird häufig als eigener Stil bezeichnet. Was für den Stilwandel in der Musik zutrifft (siehe Vorklassik), ist jedoch für andere Kunstbereiche weniger deutlich. Die Literatur bezeichnet ausschließlich das 17. Jahrhundert als Barock, hingegen das vorklassische 18. Jahrhundert als Aufklärung bzw. Empfindsamkeit.
Politisch entspricht der Barock dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, dem Zeitalter des Absolutismus und – speziell in Mitteleuropa – dem Aufatmen nach den Türkenkriegen.
Die breite universitäre Philosophie beschäftigte sich vor allem mit den Themen der Barockscholastik. Daneben kennzeichneten die Strömungen des Rationalismus und des Empirismus die Philosophie dieser Zeit. Die wichtigsten Philosophen sind Hobbes, Descartes, Spinoza und Leibniz.
Religionsgeschichtlich wird der Barock eingeleitet durch die vor allem von den Jesuiten getragene Gegenreformation.
Die Malerei der Hochrenaissance war um harmonische, ausgewogene und formstrenge Komposition bemüht. In der Spätrenaissance bzw. im Manierismus geriet dieses Gleichgewicht aus den Fugen. In der Barockmalerei kam es zu einer Synthese von Manierismus und Hochrenaissance. Mit dem Manierismus widmete sich die Malerei zum ersten Mal explizit dem Unausgewogenen und Bizarren. Kennzeichen dessen sind die so genannten figurae serpentinatae. Sie thematisieren menschliche Affekte. Die Barockmalerei ließ diese tiefen menschlichen Affekte nicht unvermittelt stehen, sondern verdichtete sie zu einer Gesamtaussage höchster Dramaturgie.

In der barocken Malerei herrschen dem entsprechend dynamische Bildwelten vor, welche für religiöse Themen ebenso wie für weltliche, mythologische oder Landschaftsdarstellungen verwendet werden.

Als Begründer des barocken Stils gelten Caravaggio mit seiner derb-realistischen Hell-Dunkel-Malerei und die Carracci in Rom. Weitere berühmte italienische Barockmaler sind Guido Reni, Pietro da Cortona, Carlo Carlone und Domenichino. In der flämischen Malerei war Peter Paul Rubens mit seiner Schule führend, in Spanien Diego Velazquez. In Holland dominierten Frans Hals und Rembrandt.