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Romantik bezeichnet eine literarische und kunsthistorische Epoche zwischen 1795 und 1848. Weiterhin bezeichnet der Begriff Romantik mit dem Adjektiv romantisch die Eigenschaft einer Sache, das Herz mit Liebe zu erfüllen, z. B. in ?romantische Liebe?, ?romantische Musik? oder ?ein romantischer Brief?. Der Romantiker geht aus von einem Bruch, der die Welt gespalten habe in die Welt der Vernunft, der ?Zahlen und Figuren? (Novalis), und die Welt des Gefühls und des Wunderbaren. Treibende Kraft der deutschen Romantik ist eine Sehnsucht nach der Heilung der Welt, nach der Zusammenführung von Gegensätzen zu einem harmonischen Ganzen. Hinführende Orte und Manifestationen dieser Sehnsucht sind nebelverhangene Waldtäler, mittelalterliche Kloster-Ruinen, alte Mythen und Märchen, die Natur etc. Ein zentrales Symbol für diese Sehnsucht oder deren Ziel ist die Blaue Blume. Die Sehnsucht richtet sich auf etwas Unbestimmtes oder Unerreichbares. Aus diesem Grunde wird sie nie befriedigt und kann um ihrer selbst willen dauerhaft genossen und ausgelebt werden. Im Gegensatz zu der Aufgabe der Dichter der Weimarer Klassik und Aufklärung/Sturm und Drang, nämlich der Erziehung des Volkes durch die Literatur, sahen die Dichter der Romantik ihre Aufgabe in der Heilung des Risses, der durch die Welt und damit durch die Individuen geht, mystisch überhöht im Begriff des ?Dichterpriesters?. Eine Möglichkeit dazu bietet die Kunst, denn ?die Welt hebt an zu singen/Triffst Du nur das Zauberwort? (Eichendorff). Die Romantiker suchten die verloren gegangene Welt in den Werken aus der ?Kindheit der Menschen?, also in den Märchen und Sagen, in den Volksliedern, im Mystizismus des Mittelalters. Das ?Wahre? wurde nicht im Intellektuellen gesehen, sondern in dem als natürlich und wahrhaftig angesehenen Verhalten des einfachen Volkes. Volkstänze flossen z.B. in die romantische Musik ein (z. B. Franz Schubert). Die Brüder Grimm sammelten die Sagen und Märchen der mündlichen Volksüberlieferung. Allerdings birgt die ?andere Welt? auch Gefahren. Diese Nachtseite der Romantik, geprägt von Teufelspakten, Wahnsinn, Gespenstern, Schuld und Tod, findet sich z. B. besonders ausgeprägt bei E. T. A. Hoffmann. Die Romantik ist auch als Gegenströmung zur Aufklärung (Vernunft) zu begreifen und daher im politischen Raum noch heute ein aktueller Begriff. Eine neue Sicht auf die Romantik ermöglichte Arno Schmidt; konzentriert programmatisch zu lesen etwa in seinem Dialog über Ludwig Tieck: ?FUNFZEHN?. Vom Wunderkind der Sinnlosigkeit (1959). In: Werke. Bargfelder Ausgabe. Werkgruppe II, Band 2, S. 285-333. Zürich: Haffmans 1990.
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