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Der Begriff Orangerie wird heute überwiegend zur Bezeichnung eines Gebäudes verwendet, das der Überwinterung von Zitrusbäumchen dient oder gedient hat. Ab dem 16. Jhdt. kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen- und anderen Zitrusbäumen in Mode. Ein solcher Baumbestand wurde sinnfällig Orangerie genannt, der Begriff galt also allein den Bäumen. Anfangs waren die Orangerien noch ortsgebunden, weil die Bäume im Boden wurzelten, mit der Einführung des Pflanzkübels jedoch wurden sie ortsveränderlich. Orangerien dienten sowohl Zier- und Repräsentationszwecken als auch der Befriedigung des steigenden Bedürfnisses der Fürstenhöfe nach exotischen und insbesondere Zitrusfrüchten. Der Zitrusbaum eignete sich hervorragend als Repräsentationsobjekt, weil sich mit ihm zum einen mannigfache mythologische Verknüpfungen (etwa zum mythologischen Thema des Baumes im Hesperidengarten) herstellen ließen und weil er zum anderen weitgereist und daher sehr teuer war. Es entwickelten sich drei klassische Arten der Aufstellung der Orangerie: das Karree, bei dem die Zitrusbäumchen in Rechtecksform gestellt wurden, die Kreis- und die Teatroform. Bei der letzteren, der elaboriertesten wurden die Bäumchen im Halbkreis positioniert.
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