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Antiquitäten vom Niederrhein Tuesday, 07. February 2012
 
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Gouache

Gouachemalerei (von italienisch guazzo = Lache) ist die Malerei mit einer Art von Wasserfarbe, die durch Mischung von farbigen und weißen Pigmenten wie Kreide, Gummi arabicum und anderen Bindemitteln hergestellt wird. Die Farben sind kräftig und können sowohl lasierend (transparent) wie in der Aquarellmalerei verwendet werden als auch deckend oder pastos (dabei sieht man die Pinselspuren). Es gibt vollkommen deckende Farbtöne und halbtransparente. Seit der industriellen Herstellung von Gouache-Farben sind die Farben in der Regel hoch lichtbeständig.

Beim Trocknen hellen die Farben typischerweise gegenüber ihrem nassen Zustand auf, wodurch das Treffen bestimmter Farbtöne erschwert wird. Um eine bestimmte Wirkung zu erzielen, braucht man einige Übung und technisches Wissen über die verwendete Farbe. Übergänge in der Farbe müssen ebenfalls sorgfältig geplant werden, da man die Farbe beim Auftrag nicht einfach verreiben kann, wie etwa bei der Ölmalerei.

Gouache bleibt auch nach der Trocknung wasserlöslich, Teile eines fertigen Bildes können also wieder entfernt oder verändert werden. Die Farbe trocknet matt auf und zeigt dann eine samt- oder pastellartige Oberfläche. Außerdem ist die Farbe nach der Trocknung etwas spröde, weshalb sie sich nur für Untergründe eignet, die wenig oder gar nicht flexibel sind (straff gespannte Leinwand, Holztafeln oder ähnliches). Gouachen (Mz., für Gouache-Bilder) können mit Firnis überzogen werden, um die Oberfläche vor Beschädigung zu schützen. In der klassischen Gouache-Malerei wird darauf jedoch meist verzichtet, um die spezielle Oberflächenstruktur zu erhalten.

Die erste Verwendung von Gouache-artigen Farben ist für die Buchmalerei des frühen Mittelalters belegt. In der Malerei fand diese Technik jedoch nur Verwendung in der Kulissen-, Fahnen- und Dekorationsmalerei. Erst im 15. Jahrhundert entdeckten bedeutendere Künstler diese Technik für sich. Raffael, Tizian und Dürer verwendeten Gouache für Studien und Entwürfe, andere untermalten ihre Ölbilder mit Gouache. Bedeutende Vertreter der moderneren Gouache-Malerei sind Henri Matisse, Marc Chagall oder Otto Müller.

Häufig wird Gouache (neben Tempera) auch zur farbigen Fassung von Skulpturen verwendet. Gouache und Tempera können nach der Trocknung poliert werden, wobei sich wiederum die Farbwirkung geringfügig verändert.

Fast alle größeren Hersteller von Künstlerfarben haben auch eine Linie mit Gouache-Farben im Sortiment. Dennoch ist Gouachemalerei gegenüber Öl- und Acrylfarben heute wieder etwas zurückgedrängt.

 
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